Wo hat der Bobenwald seinen Namen her?
Viele Sagen und Geschichten ranken sich um den Ort und die Geschichte Ebstorfs. Ein Anlass für Gildehauptmann Uwe Beecken, einmal im Jahr zu einer sagenhaften Wanderung einzuladen. Knapp 50 Interessierte waren der jüngsten Einladung gefolgt. In diesem Jahr führte die Wanderung in den Ebstorfer Bobenwald. "Woher kommt der Name ‚Bobenwald'?" fragte Beecken die Wanderer. Eine Antwort darauf vermochte keiner zu geben.

"Es gibt zwei Möglichkeiten", erklärte Beecken. Eine mögliche Antwort: Da der Wald oberhalb des Ebstorfer Klosters liegt, könnte es der obere Wald sein (Plattdeutsch: boben=oben). Eine weitere Antwort wäre, und diese hält Beecken für wahrscheinlicher: In früheren Zeiten gab es am Wald eine Häuseransiedlung, die Baven genannt wurde. Durch die sprachliche Entwicklung könnte daraus die Bezeichnung "Bobenwald" entstanden sein. Aber nicht nur der Wald an sich ist interessant, auch die in ihm verborgenen Geschichten sind spannend. "Kennt jemand das ‚Kramer Kreuz'", wollte Beecken von der Runde wissen und - bekam keine Antwort.
Das "Kramer Kreuz" soll sich im Bereich der Vinstedter Straße befinden und an einen Kaufmann (Kramer) erinnern, der dort durch mysteriöse Umstände zu Tode gekommen ist. Damit die Kaufleute nicht durch den Ort Ebstorf fahren mussten, fuhren sie auf einem Frachtweg um den Ort herum, und dieser Weg wurde dem Kramer zum Verhängnis. Ein Kreuz aus Feldsteinen wurde ihm zu Ehren in den Wald gelegt. Wirklich zu sehen ist dieses Kreuz nicht. Spurensuche im Unterholz - das hat Beecken sich als nächstes vorgenommen. Auch die Buche, die an den Jahrhundertsturm von 1972 erinnert, besichtigten die sagenhaften Wanderer. Und dass mitten im Bobenwald ein Gedenkstein an einen im Jahr 1949 verunglückten Waldarbeiter erinnert, das wussten die wenigsten der Wanderer. - Es gibt eben vieles zu entdecken im sagenumwobenen Bobenwald…




